Stomabeutel und Pflegezubehör auf einem Badezimmerschrank: Hautschutzspray, Creme, Kompressen, Reinigungstücher und eine Schere neben einem Rezeptblock

Bild mit künstlicher Intelligenz erstellt

Hautprobleme rund ums Stoma vermeiden

Das Wichtigste in Kürze

  • Hautprobleme rund ums Stoma sind häufig — in einer Untersuchung an 565 Stomaträgern hatten 40 Prozent Hautveränderungen
  • Die häufigste Form sind feuchtigkeitsbedingte Schäden: Ausscheidung, die an die Haut gelangt
  • Zur Reinigung genügen Wasser und bei Bedarf eine pH-neutrale, nicht rückfettende Waschlotion
  • Kein Desinfektionsmittel, keine fetthaltigen Salben, kein Toilettenpapier — die Fachgesellschaft führt sie ausdrücklich als ungeeignet
  • Nicht jede Rötung ist eine harmlose Reizung: Manche Veränderungen gehören ärztlich abgeklärt

Die Haut rund um das Stoma ist der empfindlichste Teil der Versorgung. Geht dort etwas schief, hält die Basisplatte schlechter, was wiederum mehr Ausscheidung an die Haut lässt — ein Kreislauf, der sich schnell dreht. Dieser Beitrag zeigt, womit er sich unterbrechen lässt.

Wie häufig das ist

Peristomale Hautveränderungen gehören zu den häufigsten Komplikationen nach einer Stomaanlage. In einer Untersuchung an 565 Stomaträgerinnen und Stomaträgern wiesen 40,2 Prozent Hautveränderungen auf. Am häufigsten waren feuchtigkeitsbedingte Schäden mit 27,9 Prozent, gefolgt von Geschwüren mit 21,9 Prozent und ekzematösen Veränderungen mit 19,1 Prozent.

International schwanken die Angaben je nach Studie und Definition erheblich — eine Übersichtsarbeit nennt eine Spanne von 18 bis 60 Prozent. Die Botschaft bleibt in jedem Fall dieselbe: Wer betroffen ist, ist es nicht allein, und es lohnt sich, früh gegenzusteuern.

Die Hauptursache ist Feuchtigkeit

Dass feuchtigkeitsbedingte Schäden ganz oben stehen, hat einen einfachen Grund: Stuhl und Urin sind aggressiv. Gelangt Ausscheidung unter die Basisplatte oder auf freiliegende Haut, greift sie diese an. Bei Ileo- und Urostomien wirkt das besonders schnell.

Daraus folgt die wichtigste Vorbeugung: Der Ausschnitt der Basisplatte muss zum Stoma passen. Er soll dem Stoma folgen, ohne die Schleimhaut einzuengen — und ohne Haut freizulassen. Jeder Millimeter unbedeckter Haut ist eine Angriffsfläche. Da sich ein Stoma in den Wochen nach der Operation noch verändert, gehört die Ausschnittgröße in dieser Zeit regelmäßig überprüft.

So wird gereinigt

Die Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde beschreibt den Ablauf des Versorgungswechsels. Für die Reinigung sind vorgesehen:

  • Wasser — mehr braucht es in der Regel nicht
  • bei Bedarf eine pH-neutrale, nicht rückfettende Waschlotion
  • Mull- oder Vlieskompressen, unsteril
  • Trocknen der Haut rund ums Stoma mit trockenen Kompressen
  • gegebenenfalls Rasur mit einem Einmalrasierer
  • gegebenenfalls Hautschutzfilm oder Pflegematerialien vor der neuen Versorgung

Klingt unspektakulär — und genau das ist der Punkt. Der häufigste Fehler besteht darin, es gut zu meinen und zu viel zu tun.

Was ausdrücklich nicht dorthin gehört

Die Leitlinie führt eine Liste ungeeigneter Materialien. Sie ist deshalb so nützlich, weil fast alles darauf im Haushalt greifbar ist:

  • Desinfektionsmittel
  • parfümierte, rückfettende Seife
  • fetthaltige Substanzen wie Salben, Pflegeschaum oder Pflegetücher
  • Benzin, Äther, Azeton und Alkohol
  • zellstoffhaltige Materialien — Toilettenpapier, Küchen- und Taschentücher
  • Mehrfach-Waschlappen und Schwämme
  • Rasierklingen, Rasiermesser und Elektrorasierer
  • Enthaarungscremes
  • zinkoxydhaltige Kleber und Pflaster
  • der Fön

Zwei davon überraschen regelmäßig. Desinfektionsmittel wirkt naheliegend, entzieht der Haut aber Fett und Feuchtigkeit und reizt sie zusätzlich — das Stoma ist keine Wunde, die keimfrei gehalten werden muss. Und fetthaltige Cremes pflegen zwar, verhindern aber, dass die Basisplatte haftet. Wenn Creme, dann eine speziell für die Stomaversorgung entwickelte, nicht fettende.

Als bedingt geeignet nennt die Leitlinie unter anderem Pflasterentferner, gelierende Materialien und Einmalwaschlappen — Letztere nur, sofern sie nicht über Tage verwendet werden.

Hilfsmittel für den Hautschutz

Reicht die Basisplatte allein nicht, gibt es abdichtende und schützende Zusätze. Die Fachgesellschaft nennt als geeignet:

  • Hautschutzringe und -streifen — gleichen Unebenheiten aus und dichten den Rand ab
  • Stomapaste — als Abdichtungsmaterial für kleine Vertiefungen, nicht als Klebstoff gedacht
  • Puder speziell für die Stomaversorgung, auf Hydrokolloidbasis
  • Hautschutzfilme — legen eine dünne Schutzschicht zwischen Haut und Kleber
  • zusätzliche Hilfsmittel wie Gürtel oder Bandagen

Welches davon in Ihrer Situation sinnvoll ist, hängt von der Stomalage und der Hautsituation ab. Diese Auswahl gehört in fachliche Hände — Stomatherapeutinnen und Stomatherapeuten sehen auf einen Blick, ob ein Ring, eine Paste oder eine konvexe Platte das Problem löst.

Wann Sie ärztlichen Rat brauchen

Nicht jede Hautveränderung ist eine mechanische Reizung. In derselben Untersuchung waren 21,9 Prozent der Befunde Geschwüre, und bei 7,9 Prozent aller beobachteten Veränderungen wurde ein Pyoderma gangraenosum festgestellt — eine entzündliche Hauterkrankung, die eine eigene Behandlung braucht und sich durch besseres Kleben nicht bessert. Bei Menschen mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung war sie deutlich häufiger.

Lassen Sie abklären, wenn:

  • die Haut offen ist oder nässt
  • sich Geschwüre oder tiefe, schmerzhafte Stellen bilden
  • eine Rötung trotz korrekt sitzender Versorgung nicht abheilt
  • die Veränderung sich rasch ausbreitet
  • Sie eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben und Hautprobleme auftreten

Häufige Fragen

Darf ich mit Stoma duschen?

Ja. Wasser ist laut Leitlinie das Mittel der Wahl zur Reinigung. Vermeiden Sie nur rückfettende und parfümierte Seifen im Bereich der Haftfläche.

Was tun bei Haaren rund ums Stoma?

Die Leitlinie sieht die Rasur mit einem Einmalrasierer vor. Rasierklingen, Rasiermesser, Elektrorasierer und Enthaarungscremes stehen ausdrücklich auf der Liste der ungeeigneten Mittel.

Hilft häufigeres Wechseln?

Meist nicht. Zu häufige Wechselintervalle können durch die mechanische Reizung beim Abziehen selbst Hautprobleme auslösen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu einteiliger und zweiteiliger Versorgung.

Woran erkenne ich, dass die Basisplatte zu früh gewechselt werden muss?

Wenn sich der Hautschutz vom Stoma nach außen hin sichtbar auflöst und der Rand unterwandert wird. Die individuelle Tragedauer hängt von Menge und Konsistenz der Ausscheidung, der Hauttranspiration und der Hautsituation ab.

Ihr nächster Schritt

Wir führen Hautschutzringe, Modellierstreifen, Pasten, Puder und Hautschutzfilme von Coloplast, Hollister und Dansac — dazu plane und konvexe Basisplatten in allen gängigen Größen. Mit einer Verordnung übernehmen wir die Abstimmung mit Ihrer Krankenkasse.

Quellen

Hinweis. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine ärztliche oder stomatherapeutische Beratung. Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Hautveränderungen wenden Sie sich bitte an Ihre Stomatherapeutin, Ihren Hausarzt oder eine dermatologische Praxis. Der Text wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus den oben genannten Quellen zusammengefasst und redaktionell geprüft. Stand: September 2026.

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